Es scheint fast so als ob die Seychellen absichtlich fü r Hobbysegler geschaffen wurden. Die meisten Inseln liegen außerhalb des Zyklonengü rtels und machen den Archipel so zu einem ganzjä hrig bereisbaren Ziel, mit ruhigen Gewä ssern. Es gibt wohl keinen besseren Weg eine unglaubliche Vielfalt an Inseln zu genießen, als die glasklaren Gewä sser des Indischen Ozeans zu befahren und die außergewöhnliche Schönheit der Seychellen, ganz nach Ihrem eigenen Rhythmus zu entdecken. Nachfolgend finden Sie einige Tips, die Ihnen helfen sollen, das Beste aus Ihrem Segelurlaub zu machen.
Die aktuelle Gesetzgebung sieht vor, dass alle Yachten die die Outer Islands besuchen, dem Standard ‘ Over 60 miles’ entsprechen und mit Kapitä n sowie entsprechender Crew bemannt sein mü ssen. Die Charterunternehmen können Sie dazu beraten, welche ihrer Yachten entsprechend ausgerü stet sind.
Die umsä umenden Riffe und Untiefen machen das Navigieren zu einem Vollzeitjob, deshalb werden derzeit nur bemannte Charter zu den Outer Islands angeboten. Das Ankern ist wä hrend des Sü dostmonsuns (Mai bis September) bzw. wä hrend der ruhigeren ü bergangsmonate (April und Oktober) einfacher. Bitte vergewissern Sie sich, daß Sie die notwendigen Genehmigungen fü r die verschiedenen Inseln haben, bevor Sie vor Anker gehen.
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Zutritt und Gebühren Sie können die meisten Gewässer der Seychellen ganz nach Ihrem Belieben erkunden, jedoch gibt es ein paar Einschränkungen die dazu dienen, die einzigartige und sensible Umwelt zu schützen und zu erhalten, damit sie heute und auch in Zukunft bewundert werden kann.
Zutritt zu den ökologisch sensiblen Marine Nationalparks und Schutzgebieten werden von verschiedenen Naturschutzorganisationen koordiniert. Diese erfordern entweder eine Genehmigung und/oder die Entrichtung einer Lande- oder Eintrittsgebühr sowie eine Liegegebühr bei Ankerung über Nacht. Vereinfachungen im Ablauf, machen es unkomplizierter für Yachten die Inseln zu Besuchen. Gehen Sie einfach in den gekennzeichneten Zonen vor Anker, die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung kommen an Ihre Yacht um die Gebühren entgegenzunehmen.
Marine Nationalparks und Naturschutzgebiete sind: Aride, Cousin, Curieuse Marine Nationalpark, Île Cocos Marine Nationalpark, Ste. Anne Marine Nationalpark und St. Pierre. Eintrittsgebühren beginnen ab Euro 10 pro Person. Liegegebühren bei Ankerung über Nacht beginnen ab Euro 10 pro Yacht.
Manche Inseln befinden sich im Privatbesitz oder stehen unter privater Verwaltung, der Zutritt wird durch deren Besitzer festgelegt. Inseln die in diese Kategorie fallen sind: Anonyme, Bird, Chauvre Souris, Cousine, D’Arros und St. Joseph Atoll, Denis, Félicité, Frégate, Grande Soeur, Petite Soeur, Moyenne, North, Round Island vor der Insel Mahé und Round Island vor der Insel Praslin. Bitte setzen Sie sich mit der Inselverwaltung in Verbindung um eine Erlaubnis zu erhalten. Landegebühren beginnen ab Euro 10 pro Person.
Die folgenden Inseln werden durch die Island Development Company (IDC) verwaltet: Alphonse Island, Bijoutier, Coëtivy, Desroches, Farquhar, Poivre Atoll, Platte, Providence Atoll, Remire, Silhouette und St. François. Um eine Zutrittsgenehmigung zu erhalten, setzen Sie sich bitte mit der IDC in Verbindung. Landegebühren beginnen ab Euro 20 pro Person.
Ein-und Ausreiseformalitäten Port Victoria auf Mahé ist der einzige offizielle Ein-und Ausreisehafen der Seychellen. Vor Ort gecharterte Yachten die innerhalb der Seychellen segeln unterliegen nicht den Ein-und Ausreiseformalitäten.
Yachten die aus dem Ausland einreisen oder aus den Seychellen ausreisen, sind verpflichtet sich in Port Victoria zu melden um alle Zoll-, Gesundheits-, Einwanderungs-, Hafen- und Sicherheitsformalitäten zu erledigen.
Alle Schiffe müssen bei Einreise, die folgenden Dokumente der Zollbehörde vorlegen:
1) Eine gültige Ausreisegenehmigung des letzten Anlaufhafens
2) Mannschaftliste
3) Passagierliste
4) Lager- oder Verbrauchsliste
5) Waffen- und Munnitionsliste
Bei Einreise wird der Mannschaft und mitreisenden Passagieren (wenn vorhanden) ein Visum gültig für einen Monat ausgestellt. Eine Verlängerung des Visums muss mindestens eine Woche vor dessen Ablauf beantragt werden. Ist ein Ausflug zu den Outer Islands geplant, mit einer Rückkehr zum Port Victoria auf Mahé nach Ablauf des Visums, müssen Besucher ihre Verlängerung bereits vor Ihrer Abreise beantragen.
Die Einwanderungsbehörde muss im Vorfeld schriftlich darüber informiert werden, ob sich Mannschaftsmitglieder oder mitreisender Passagiere anschließen bzw. das Schiff verlassen.
Bei Ausreise aus den Seychellen, müssen Schiffe alle Ausreisegenehmigungsformalitäten mit der Zollbehörde geklärt haben. Sie dürfen nach Freigabe durch die Behörden in Port Victoria keine der Inseln anlaufen.
Die Inseln Assumption, Farquhar und/oder Desroches können als alternativer Ein-und Ausreisehafen genutzt werden, dies ist jedoch eine sehr kostspielige Vriante, da alle erforderlichen Beamten auf Kosten des Schiffes von Mahé ausgeflogen werden müssen.
Das Segeln innerhalb der Inner Islands ist einfach und sicher, mit Segelentfernungen von unter 32 Meilen zwischen Ankerplätzen.
Ankerbojen gibt es in verschiedenen Gebieten (vorallem um nordwest Mahé, nordost Praslin und einige der umliegenden Inseln) und sollten genutzt werden, wo vorhanden. Andernfalls ist eine Anerkung notwendig. Gute Sandgrundankerplätze mit Tiefen von 5 – 8 m gibt es in den meisten Übernachtungsgebieten. Im Sinne der öko-freundlichen Politik der Seychellen, ist ANKERUNGEN AUF KORALLEN STRENGSTENS VERBOTEN.
In den Outer Islands, die zwischen 130 und 630 Meilen von Mahé entfernt liegen, ist das Navigieren aufgrund tiefliegender Korallenriffe und anderer Gefahren schwieriger. Viele Ankerplätze in den Outer Islands sind ungeschützter und die Gewässer zwischen ihnen sind weit weniger befahren.
Ozeankarten im Maßstab 1/10000 wurden als Ankerführer herausgegeben und sind in den Büros von Sunsail und VPM (zwei Segelveranstalter mit Sitz auf den Seychellen) sowie auf den Yachten selbst erhältlich. Aufgrund der abgelegenen Lage der Inseln und der Unregelmäßigkeit in der Kartographierungen durchgeführt werden, fehlen manchmal die Angaben zu den Wassertiefen (Umgebung) oder sie sind falsch. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten, wenn Sie sich in der Nähe von Ankerplätzen oder den Gewässern unmittelbar um abgelegene Inseln bewegen. Vertrauen Sie nicht blind auf die Zahlen, da Korallengründe sich dauernd verändern. Der Skipper sollte also das Echolot immer wachsam beobachten.
Navigationshilfen werden in Port Victoria und an den Hafeneingängen, auch an der Baie Ste. Anne jetty auf Praslin, zur Verfügung gestellt. Das Bojensystem, basiert auf dem in Europa üblichen IA System. Rote zylindrische Boyen mit gerade Zahlen bedeuten Backbord, grüne Boyen mit ungeraden Zahlen Steuerbord. Es gibt auch einige Navigationslichter an den Landspitzen von Mahé und Praslin.
Abgesehen davon, wird durch Lotsen navigiert. Die Rückkehr zu Kompass, Karte und Gefühl ist eine erfrischende Abwechslung zur Welt der markierten Routen.
Nach Karte zu Segeln ist angenehm und belohnend und mit der nötigen Vorsicht bei den gut kartographierten Felsen und Riffen, ist es ein wirkliches Vergnügen und Abenteuer innerhalb der Seychellen zu navigieren. Die gefährlichsten Felsen vor der Küste sind zwar mit bloßem Auge sichtbar, sind aber nicht durch Bojen oder Lichter gekennzeichnet.
Deshalb dürfen selbstgeführte Yachten nur bei Tageslicht segeln und müssen vor der Abenddämmerung vor Anker gehen.
Spezialzonen wurden um Gebiete mit unsauberem Meeresboden, Unterwasserrohrleitungen und Kabeln sowie Gebiete von besonderem Interesse oder Sicherheit errichtet, wo besondere Vorsicht beim Ankern und Strandzugang geboten ist.
In der Beau Vallon Bucht auf Mahé zum Beispiel gibt es abgegrenzte Ankerplätze und Zugangswege um die Gebiete in denen geschwommen wird.
Die Kunst des Segelns besteht darin, das Wetter einschätzen zu können, es zum eigenen Vorteil zu nutzen, Gefahren zu vermeiden und die Tiefen, Peilung und Segelroute zur freien Fahrt zu nutzen um die Reise zu genießen und schließlich an einem wunderschönen, sicheren Ort vor Anker zu gehen. Die Seychellen bieten dies im Überfluss.
Seegang Überall in den Gewässern der Seychellen, ist der Ozean abhängig von Strömungen mit einer Geschwindigkeit von 0.5 bis 1.5 Knoten, die sich mit den Monsunwinden entwickeln.
Die Strömungen über der Seychellen Bank betragen durchschnittlich 0.4 bis 0.8 Knoten, sie werden um Hindernisse und an Landspitzen stärker.
Die Auswirkungen der Gezeiten sind innerhalb der Inner Islands deutlicher bemerkbar als die Meeresströmungen und betragen meist weniger als ein Knoten. In den Kanälen zwischen den Inseln oder in der Nähe eines Unterwassergebirges können sie jedoch auf bis zu zwei Knoten ansteigen.
Die Gezeiten ereignen sich zwei Mal täglich, mit ungefähr 6 Stunden zwischen Flut und Ebbe. Der Tidenhub in den Inner Islands kann zur Springzeit bis auf 2 m ansteigen und zur Nippzeit bis auf 0.9 m abfallen. Die Gezeiten verstärken die Strömungen innerhalb der Kanäle die in Lagunen führen. Während Ebbe ist es möglich, daß manche Lagune völlig entleert ist.
Der Tidenhub auf Aldabra misst zur Springzeit 4 m und zur Nippzeit 1.8 m.
Der Seegang ist überwiegend moderat mit Wellen von ein bis zwei metern Höhe. Sie werden nur bei starkem Wind auf offenem Meer größer.
Die Strömungen und der Auftrieb um die Amiranten Bank führen oft an vereinzelten Stellen zu rauher See.
Wasserbefüllungs - und Betankungsmöglichkeiten Wasserbefü llungs - und Betankungsmöglichkeiten finden Sie auf den Inseln Mahé, Praslin and La Digue an den unten aufgefü hrten Orten.
Auf Mahé können einheimische Charteryachten die Anlagen an der Marine Charter Association am Victoria Hafen nutzen. Auslä ndische Yachten mü ssen sich mindestens 24 Stunden im Vorraus mit den Hafenmeister in Verbindung setzen.
Segelschiffe die Praslin oder La Digue besuchen und deren Betankungsanlagen an dem Landungssteg Baie Ste. Anne oder La Passe nutzen möchten, mü ssen sich mindestens 24 Stunden vorher mit dem Piermeister in Verbindung setzen. Alternativ können Sie sich bei Ihrer Ankunft ü ber VHF Kanal 16 mit einem der Landungsbrü cken in Verbindung setzen. Fü r eine Anerkung ü ber Nacht, setzen Sie sich bitte mit dem entsprechenden Piermeister in Verbindung.
Pier Master - Baie Ste Anne JettBaie Ste Anne, Praslin Tel/Fax: +248 23 24 34 Pier Master - La Passe Jettyy La Passe, La Digue Tel/Fax: +248 22 43 00
Windverhältnisse Es gibt zwei gegensätzliche Windrichtungen auf den Seychellen, die nordwestliche (Dezember bis März) und die südöstliche (Mai bis September).
Gewöhnlich verstärken sich die nordwestlichen Winde bei Tagesanbruch, sie sind mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5 – 10 Knoten trotzdem relativ schwach. Die nordwestlichen Monsunwinde bringen sporadische Regengüsse und stärkeren Wind in den Monaten Dezember bis März. Sie werden manchmal durch die tropischen Zyklone über dem südwestlichen indischen Ozean beeinflusst. Aber vergessen Sie nicht, daß die meisten der südlichen Seychellen Inseln außerhalb des Zyklonengürtels liegen.
Im Vergleich dazu sind die südöstlichen Monsunwinde trockener und wehen beständiger am Tag und in der Nacht, mit Spitzenzeiten im Juli/ August. Durchschnittliche Windgeschwindigkeiten in der Periode Juni bis September betragen 10 – 15 Knoten, mit gelegentlichen Böen von über 30 Knoten die meist mit einer plötzlichen Zunahme der Monsunwinde zu tun hat.
In den Monaten April und November gibt es ruhige und manchmal windstille Perioden, wenn der Monsunwind seine Richtung ändert. Diese Perioden werden von ruhiger See und klaren Gewässern begleitet.
Die Outer Islands erleben aufgrund ihrer südlicheren und ungeschüzteren Lage (tiefliegende Korallenatolle) stärkere Winde während des Südostmonsuns. Die Inner Islands hingegen erleben während des Nordwestmonsuns durch ihre Lage in der Innertropische Konvergenzzone stärkere Winde.
Der Wetterbericht kann durch Seychelles Radio (Küstenstation) auf VHF Kanal 16 bis 26 empfangen werden. Die meisten Yachten stellen auch eine Funkverbindung über Seychelles Radio her.